Informationen zur Impfpflicht für Kinder & Jugendliche in Ungarn

Folgend finden Sie auszugsweise eine sinngemäße Übersetzung zweier Paragrafen aus der Verordnung 18/1998 des Ministeriums für das Volkswohl, Ungarn.

§5 - Altersgebundene Pflichtimpfungen

(1) Ungarische Staatsbürger, die Personen in dem Geltungsbereich des Gesetzes über die Einreise und den Aufenthalt von Freizügigkeitsberechtigten, die das Recht auf Aufenthalt für mehr als drei Monate und das Recht der Freizügigkeit in Ungarn ausüben, sowie über Aufenthaltsgenehmigung verfügende, eingewanderte, ansässige oder rezipierte Staatsbürger von einem dritten Land sowie Flüchtlinge müssen gegen

  • a, Tuberkulose
  • b, Diphtherie
  • c, Keuchhusten (Pertussis)
  • d, Wundstarrkrampf (Tetanus)
  • e, Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • f, Masernvirus (Morbilli)
  • g, Röteln (Rubeola)
  • h, Mumps
  • i, Haemophilus Influenzae B (HiB)
  • j, Hepatitis B

geimpft werden.

(2) Die Schutzimpfungen unter Punkt (1) müssen - außer der unter Punkt j, genannten - unter 0 bis 6-Jährigen in dem Impfsystem kontinuierlich durchgeführt werden.

Übersicht: Kontinuierliche Impfungen

Pflichtimpfungen Wahlimpfungen Alter
BCG   0-4 Wochen
DPTa + IPV + HiB PCV-13 2 Monate
DPTa + IPV + HiB   3 Monate
DPTa + IPV + HiB PCV-13 4 Monate
MMR PCV-13 15 Monate
DPTa + IPV + HiB   18 Monate
DPTa + IPV   6 Jahre

Erläuterungen zu den benutzten Abkürzungen:

BCG: Bacillus Calmette-Guérin/tuberculosis
DPTa: Diphtherie-Tetanus-Keuchhusten
HiB: Haemophilus Influenzae B
IPV: Kinderlähmung
PCV-13: Pneumococcal conjugate vaccin 13-valens
MMR: Masern, Mumps, Röteln
dTaP: Diphtherie-Tetanus-Keuchhusten Auffrischung
HPV: Humane Papillomviren

(3) ...

(4) ...

(5) Die altersgebundenen Pflichtimpfungen müssen ab dem 11. Lebensjahr im Rahmen der Impfkampagne in den Schulen durchgeführt werden. Die

  • a, DTPa Impfung wird im 11. Lebensjahr
  • b, MMR Auffrischung wird im 11. Lebensjahr

durchgeführt.

(6) ...

(7) Hepatitis B Schutzimpfung wird in zwei Teilen verabreicht, in Klasse 7 [2. Halbjahr] und Klasse 8 [1. Halbjahr].

(8) Bei Kindern, bei denen irgendeine Schutzimpfung weggefallen ist, muss die weggefallene Schutzimpfung kurzmöglichst nachgeholt werden. Die Ärzte, die die in Kinderkrippen, Kindergarten, (?) sowie Grund-, Mittel- und Hochschulen kommende Kinder untersuchen, sind verpflichtet, die Durchführung der altersbedingten Schutzimpfungen zu überprüfen. Die fehlenden Schutzimpfungen müssen von den Berechtigten nachgeholt werden. Die Impfpflicht besteht

  • a, bei den fehlenden ersten, zweiten und dritten Schutzimpfungen gegen Diphtherie, Keuchhusten und Wundstarrkrampf bis zum 7. Lebensjahr
  • b, bei der fehlenden vierten Schutzimpfung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf sowie gegen Kinderlähmung bis zum 14. Lebensjahr
  • c, bei den fehlenden Schutzimpfungen von Masernvirus, Röteln, Mumps und Hepatitis B bis zum 20. Lebensjahr
  • d, bei der fehlenden Schutzimpfung gegen Haemophilus Influenzae B bis zum 5. Lebensjahr.

Übersicht: Impfkampagne

Pflichtimpfungen Wahlimpfungen Alter Bemerkung
MMR Auffrischung   11 Jahre im September, 6. Klasse der Schule
dTap   11 Jahre im Oktober, 6. Klasse der Schule
  HPV 12 - 13 Jahre Datum bitte in der Schule erfragen
Hepatitis B I.   13 Jahre im September/März, 7. Klasse der Schule
Hepatitis B II.   14 Jahre im September/März, 8. Klasse der Schule

Anmerkung:

Für die hier aufgeführten Impfungen ist nicht das Alter, sondern der Schuljahrgang maßgebend.

 

§ 14 - Pflichten der sich lebensführungsgemäß in Ungarn aufhaltenden Personen

(1) Die zur Impfung verpflichtete Person ist verpflichtet zwecks Schutzimpfung sowie ? wenn vor der Schutzimpfung Reihenuntersuchungen oder danach Kontrolluntersuchung wegen der Folgen der Schutzimpfung notwendig sind ? Reihen? bzw. Kontrolluntersuchung am bestimmten Ort und zur bestimmten Zeit zu erscheinen und sich der Schutzimpfung bzw. Untersuchung zu unterwerfen. Für das Erscheinen des zur Impfung verpflichteten Minderjährigen sorgt sein gesetzlicher Vertreter.

(2) Wenn die zur Impfung verpflichtete Person aus irgendeinem Grund am Ort der Schutzimpfung zu der benannten Zeit nicht erscheinen kann, ist sie - bei einem Minderjährigen der gesetzliche Vertreter - verpflichtet, diesen Umstand am benannten Ort unverzüglich zu melden. In diesem Fall bekommt die zur Impfung verpflichtete Person eine Mitteilung über den neuen Zeitpunkt der Schutzimpfung. Falls die Schutzimpfung früher anderswo schon durchgeführt, oder die Person von der Schutzimpfung endgültig dispensiert wurde, ist sie verpflichtet auch das zu melden und glaubhaft nachzuweisen.

(3) Jede Person, bei einem Minderjährigen der gesetzliche Vertreter, ist verpflichtet ihre Impfdokumentation aufzubewahren und sie im Fall einer erneuten Schutzimpfung bzw. Reihen-und Kontrolluntersuchung dem Arzt zu übergeben.

(4) Die verlorengegangenen, beschädigten Daten vom Datenblatt des Gesundheitsbuches für Schutzimpfung wird vom Impfarzt anhand des Impfregisters ersetzt. Der Beteiligte (sein gesetzlicher Vertreter) ist verpflichtet die Bescheinigungen für Impfungen, die an einem anderen Impfort durchgeführt wurden, einzuholen.

Original zu finden unter:

Übersetzt wurden die beiden Paragrafen von Frau dr. Weszné Kékesi Dóra, Assistentin der Schulleitung.


In eigener Sache:

Liebe Eltern,

als deutsche Schule in Ungarn sind wir gesetzlich verpflichtet, eine Fürsorgerin und einen Schularzt einzustellen. Beide kommen regelmäßig in die Schule, um unsere Schülerinnen & Schüler zu untersuchen. Zu den Aufgaben des Schularztes gehört das Impfen; diese Impfungen finden kostenfrei statt.

Natürlich können Sie Ihr Kind auch durch Ihre Hausärztin / Ihren Hausarzt impfen lassen, doch Sie kommen um die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Impfung nicht herum, da Sie sich mit Ihren Kindern länger als drei Monate in Ungarn aufhalten.

Im Falle einer Weigerung zur Impfung muss der Schularzt dies der Gesundheitsbehörde (ANTSZ) melden. Vertreter der Gesundheitsbehörde werden Sie danach persönlich zu Hause aufsuchen und nach den Gründen befragen.

Nach dem Besuch kommt es zur mehrfachigen schriftlichen Mahnungen, da die Verweigerung eine Ordnungwidrigkeit ist. Es können Bußgelder bis zu einer Höhe 300.000 HUF auf Sie zu kommen.

Die Behörde kann letztendlich auch über einen Schulausschluss verfügen.

Bitte helfen Sie uns, indem Sie die Einwilligung zu den vorgeschriebenen Impfungen geben, so dass wir Ihr Kind hier in der Schule durch unseren Schularzt impfen lassen können. Dies garantiert die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen in Ungarn.

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